Einkehrtag der Anima 2015

Einkehrtag der Anima 2015

«Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters»
Am Samstag, den 28. November, hat sich die Anima-Familie, der Herr Rektor Dr. Franz-Xaver Brandmayr, der Herr Kurat, die Kollegiaten und die Schwestern zu einem Einkehrtag in die Villa Palazzola zurückgezogen. Diese eintägige Recollectio wurde von Mons. Josef Gehr, dem Spiritual des Anima Kollegs, geleitet. 

Im Licht des außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit, das am 8. Dezember begangen wird, hat der Spiritual diesen Einkehrtag der Betrachtung der Barmherzigkeit Gottes gewidmet. Das Motto lautete: «Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters». Dies ist zugleich der erste Satz der Verkündigungsbulle des außerordentlichen, Jubiläums der Barmherzigkeit Misericordiae Vutlus, des Heiligen Vaters Franziskus. In drei Vorträgen wurden wir zu einer Reflexion darüber mitgenommen, wie wichtig die Barmherzigkeit Gottes im Leben der Kirche, aber auch in unserem jeweiligen Leben ist. Zur Einführung hat sich der Spiritual des Gleichnisses vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) und der Berufung des Matthäus (Mt 9,9-13) bedient.

Mit den Worten des Papstes betonte er die Bedeutung der göttlichen Barmherzigkeit in der Hl. Schrift: «Die Barmherzigkeit ist in der Heiligen Schrift das Schlüsselwort, um Gottes Handeln uns gegenüber zu beschreiben. Er beschränkt sich nicht darauf seine Liebe zu beteuern, sondern er macht sie sichtbar und greifbar». Diese Barmherzigkeit sind wir eingeladen, nicht nur zu empfangen, sondern auch weiter zu schenken. In diese Sinne hat der Spiritual auch auf den Wunsch des Heiligen Vaters hingewiesen: «dass die Christen während des Jubiläums über die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit nachdenken sollen». Der Heilige Vater erinnert uns daran, welche diese Werke sind: «die leiblichen Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde aufnehmen, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und die Toten begraben. Und vergessen wir auch nicht die geistigen Werke der Barmherzigkeit: den Zweifelnden Rat geben, die Unwissenden belehren, die Sünder zurechtweisen, die Betrübten trösten, Beleidigungen verzeihen, die Lästigen geduldig ertragen und für die Lebenden und Verstorbenen zu beten». Um diese Werke der Barmherzigkeit in unserem Leben lebendig werden zu lassen, sollen wir uns die Worte des heiligen Johannes vom Kreuz vor Augen halten: «Am Abend unseres Lebens werden wir nach der Liebe gerichtet werden».

Das Sakrament der Buße sollte uns immer neu helfen, die Barmherzigkeit Gottes zu entdecken und zu erfahren, denn durch dieses Sakrament «können wir mit Händen die Größe der Barmherzigkeit greifen. Das Sakrament wird für jeden Bußfertigen eine Quelle wahren inneren Friedens sein». Anhand des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1-16) haben wir des weiteren über die Beziehung zwischen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit nachgedacht. Der Spiritual hat dabei die Worte des Papstes unterstrichen, dass „die Beichtväter ein wahres Zeichen der göttlichen Barmherzigkeit sein sollen. […] (Sie) sind berufen immer und überall, in jeder Situation und egal unter welchen Umständen, Zeichen des Primates der Barmherzigkeit zu sein».

Der Höhepunkt des Einkehrtages war die gemeinsame Feier der Hl. Messe, der wiederum unser Spiritual vorstand. Einen feierlichen Abschluß fand unser Einkehrtag schließlich durch die Feier der ersten Vesper des Ersten Adventsonntag.