Priesterkolleg, Pfarrei, Pilgerseelsorge

2019-05-28-17-27-44Eine Gruppe von Kollegiaten von Päpstlichen Institut Santa Maria dell’Anima besuchte am Nachmittag des 28. 05. 2019 die Kongregation für die Glaubenslehre in ihrem Palazzo. Ausführlich berichtet uns Msgr. Dr. Manfred Bauer, deutscher Mitarbeiter in diesem Haus, von den Aufgaben des Dikasteriums im Allgemeinen und ging dann auf die besonderen Bedingungen in der Disziplinarsektion ein.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für alle der Glaubenskongregation vorbehaltenen Delikte gemäß dem erneuerten Motu Proprio „Sacramentorum sanctitatis tutela“ von 2010 waren der Ausgangspunkt seiner weiteren Ausführungen. Auch die unlängst erlassenen und in Kürze in Kraft tretenden Normen des Motu Prorpio „Vos estis lux mundi“ fanden zentrale Beachtung.

Auch wenn sie nicht rückwirkend gelten, wie Msgr. Dr. Bauer ausführte, basieren sie auf Entscheidungen und Äußerungen von Papst Franziskus und sollen in Zukunft den Umgang bei Verwürfen des Missbrauchs von Minderjährigen oder schutzbedürftigen Personen durch Kleriker und deren fehlerhafter Bearbeitung nachhaltig verbessern. Anschließend gab er einen Einblick in die konkrete Arbeitsweise der Glaubenskongregation und Erfahrungen in diesem Bereich. In lockerer Runde wechselten sich dabei Vortragsstil und die Rückfragen der Teilnehmer ab. Handlungsleitende Prinzipien bei Anwendung der Regelungen sprachen die Teilnehmer dabei an, ebenso wie auch grundsätzliche Überlegungen zu Verwaltungs- und Gerichtsverfahren in diesem Bereich.2019-05-28-17-14-59-1

Der Themenbogen reichte von der Unterstützung der Ortskirchen bei der Bewältigung der juristischen Aufarbeitung dieser Straftaten über die Unterschiede in der kirchlichen und staatlichen Beschreibung von Delikten im Bereich der sexuellen Selbstbestimmung bis hin zu Fragen des Opferschutzes und ihrer Beteiligung im Rahmen der kanonischen Rechtsordnung. Kompetent und zugleich kurzweilig beantwortet Msgr. Bauer die Rückfragen, gab weitere Diskussionsanregungen und einen Einblick in mögliche Fortentwicklungen in diesem Arbeitsfeld.

Das Gespräch endete mit einem Besuch in der Hauskapelle der Glaubenskongregation. Beispielshaft für das ganze Dikasterium greifen hier juridisches Handeln, wie die Ablegung der jeweiligen Amtseide, mit der Feier des Glaubens in der Eucharistie ineinander. Zum Abschluss bedankten wir uns für den Einblick in die anspruchsvolle Arbeit, die Msgr. Dr. Bauer uns gegeben hat und er ermunterte uns, weiterhin den Kontakt zur Kongregation für die Glaubenslehre zu suchen und so aus erster Hand Hilfen für die Arbeit in unseren Diözesen zu bekommen.

Philipp Förter

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