Priesterkolleg, Pfarrei, Pilgerseelsorge

img_0170Als Ziel für den diesjährigen Kollegsausflug am Beginn des neuen Studienjahres hatte Vizerektor Fabian Tirler den Ort Subiaco gewählt. Subiaco liegt ca. 75 km östlich von Rom im landschaftlich schönen Aniene Tal. Hier befindet sich hoch über dem Tal in den Felswänden des Monte Taleo das Kloster San Benedetto mit dem bedeutenden Heiligtum „Sacro Speco“: die Höhle in welcher der junge Benedikt von Nursia um das Jahr 500 als Eremit nach dem Vorbild der antiken Einsiedler lebte. Da Benedikt von hier aus die ersten monastischen Gemeinschaften im Aniene-Tal gründete, gilt Subiaco als Wiege des abendländischen Mönchtums. Von Subiaco aus brach Benedikt im Jahr 529 zum Monte Cassino auf, wo er ein Kloster gründete und seine berühmte Klosterregel schrieb.

Im Kloster San Benedetto angekommen feierten wir in einer der Kapellen miteinander die Hl. Messe. Anschließend konnten wir dem Abt von Subiaco, Dom Mauro Meacci begegnen und ins Gespräch kommen. Dom Mauro stellte uns den Heiligen Benedikt als „normalen Heiligen“ vor, der es verstand den christlichen Glauben mit dem konkreten Leben zu verbinden. Vizerektor Fabian Tirler bedankte sich für die kurzweilige Begegnung und überreichte zum Dank den neuen Bildband „S. Maria dell`Anima – alte Schönheit in neuem Licht“. Danach war Zeit das beeindruckende Felsenkloster genauer kennenzulernen. Eindrucksvolle Fresken des 14. und 15. Jahrhunderts zieren die Oberkirche des Klosters, noch älter sind die Malereien der Unterkirche. Die Höhle selbst, der “Sacro Speco”, ist unberührt geblieben. Ein Bernini-Schüler hat allerdings den Heiligen Benedikt in Marmor hineingesetzt. Sehenswert auch das Portrait des Heiligen Franziskus in der Gregoriuskapelle, das noch zu seinen Lebzeiten angefertigt wurde, da er ohne Heiligenschein und Wundmale dargestellt ist. Ebenso bedeutsam die Cappella della Madonna, die man über die Heilige Treppe, die Scala Santa erreicht. Nach der erbaulichen Führung ging es in die Foresteria S. Scholastica, wo wir uns beim Mittagessen stärken konnten.

img_0237Nachmittags stand der Besuch des Klosters Santa Scolastica, welches nach der Zwillingsschwester Benedikts benannt ist, auf dem Programm. Es ist von den 13 Klöstern, die Benedikt im sechsten Jahrhundert gründete, das einzige noch bestehende. In Santa Scolastica wurden wir von Don Marco empfangen, der uns durch das Kloster führte. Bedeutend in Santa Scolastica vor allem die drei Kreuzgänge der verschiedensten Epochen.

Der Tag endete mit dem Gebet der Vesper, bevor wir uns auf den Rückweg nach Rom machten. Ein großer Dank an Vizerektor Fabian Tirler, der den Tag organisierte und an P. Wolfgang Fischer-Felgitsch OSB, der die Planungen und Vorbereitungen unterstützte.

Konrad Bestle